Schandmaul – So weit, so gut

Nach 15 Jahren Bandgeschichte sagen sich die Schandmäuler „so weit, so gut“ und bringen ein Best-Of mit Neuauflagen ihrer größten Hits und Klassiker raus. Natürlich kommt dabei sofort die Frage auf, ob es so ein Album überhaupt braucht. Eine Band, die sich zu so einem Schritt entschließt, muss sich wohl zwei Gefahren stellen:

1. „Das sind ja lauter alte Lieder. Mann bringt doch ein neues Album raus. Alles nur Abzocke. Rhababerhabaer.“ 

2. „Was habt ihr aus meinem Lieblingssong gemacht? Der war doch gut so wie er war. Ich mag euch nimmer. “

Mutig stellen sich die Folkrocker den kritischen Ohren ihrer Fans, und müssen sich dabei aber kaum fürchten. Mir sagt die Scheibe nämlich voll zu.
Die großen Klassiker, die jedes Fanherz sofort schneller schlagen lassen, sind als Studioaufnahmen teils merklich gealtert. Das macht natürlich ihren Charme aus, doch ist es ebenso erfrischend, sie in einem neuen, flotteren Gewand zu vernehmen. Gerade Songs wie „Teufelsweib“, „Die goldene Kette“, „Herren der Winde“ und „Vogelfrei“ finde ich in dieser Hinsicht ziemlich gut gelungen. Auch diverse Livevariationen, die sich schon seit Jahren eingebürgert haben, sind hier vertreten, so die „Sigfrid Trilogie“ und „Geisterschiff“. Das auf der Kunststück-DVD uraufgeführte „Der Clown“ gibts jetzt auch als Studioaufnahme zu hören.
Darüber hinaus sind auch drei komplett neue Songs vertreten: Die Instrumentalstücke „Folk n´Roll“, das überraschend bluesig um die Ecke kommt und „Orientexpress“, das seinem Namen alle Ehre macht. Und schließlich „Herz aus Gold“, das die tragisch-herzerweichende Geschichte eines ungeliebten Mädchens erzählt.

Fazit: Nachdem ich mit den beiden Vorgängeralben „Anderswelt“ und „Traumtänzer“ nur ganz schwer warm geworden bin, hat mir diese nostalgische Kost äußerst gut getan. Alte Songs in neuem Gewand sind nicht immer schlecht, sondern zeugen vom Fortschritt der Band, der die Vergangenheit ehrt, aber auch nicht darin steckenbleibt.
Bleibt abzuwarten, was das Anfang 2014 erscheinende „Unendlich“ für uns bereit hält – ich bin guter Dinge.

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