Woodkid – The Golden Age

(c) woodkid.com
(c) woodkid.com

Der junge französische Künstler Yoann Lemoine, besser  als Woodkid bekannt, erregte erstmals 2011 mit seinem grandiosen Musikvideo zur Single „Iron“ Aufmerksamkeit. Kurze Zeit später wurde das Lied zum Trailer von „Assassins Creed: Revelations“ verwendet, was weitere Massen anzog. Auch mich zog der junge Herr damit in den Bann, und seither verfolgte ich gespannt jede Regung des Künstlers. Mit der 2011 erschienen EP „Iron“ bezeugte Woodkid, dass er nebst brachialen und majestätischen Sounds noch viel mehr draufhat. Der wilde Mix aus Indie, Klassik und Pop schlägt nun im kürzlich erschienen Album „The Golden Age“ nieder. Werfen wir mal einen genauen Blick auf dieses Werk. Zum Artwork der CD sage ich dieses Mal nicht so viel, da sie relativ einfach gehalten wurde. Für Sammler gibts ne Limited Edition mit Buch.

1. der Titelsong The Golden Age steigt mit ruhigen Klaviertönen der angenehm verträumter Stimme ein, zu der sich bald Streicher, Bläser und treibende Trommeln gesellen. Melancholisch beklagt Woodkid das Ende des goldenen Zeitalters und erreicht einen ersten musikalischen Höhepunkt.

2. Run Boy Run erschien 2012 als Single mit Woodkid typischen Video-Stil. Seht selbst:

3. The Great Escape beginnt wie ein verspielter Soundtrack, setzt aber inhaltlich das Motiv von Flucht und Aufbruch fort. Der treibende Rythmus wird zwar vom Orchester gut untermalt, besticht aber hauptsächlich durch sein Tempo.

4. Boat Song führt uns wieder in ruhigere Gefilde. Durchgehend sanftes Klavier und subtile Synthiesounds werden durch weiche Bläser unterstützt, während Woodkid die überstürzte Flucht und die Frage nach dem Wohin kritisch hinterfragt: „We threw our hearts into the sea, forgot all of our memories“

5. Mit I love you wird die Scheibe durch eine kürzlich vor Veröffentlichung des Albums erschienene Single bereichert. Ein uns durch Iron bekannter Herr ist der Hauptakteur dieses Videos:

6. Nach diesem coolen Sound bietet The Shore wiederum Abwechslung. Ein traurig verspieltes Klavierintro leitet den Liebeskummer perfekt ein, wird musikalisch aber gewaltig ergänzt.

7. Ghost Lights schließt düster an. Schlagende Beats und langgezogene Töne führen zu einem grandiosen Refrain hin, der sich mit tiefen Glockentönen und dröhnenden Bläsern erhebt. Ein Song, der mich in seinen Bann zieht.

8. Shadows, einer der wenigen instrumentalen Songs des Albums bietet uns mit tiefen, aber beruhigenden Streichern und hallenden Synthies eine traumhafte Zwischensequenz.

9. Schließlich gehts mit Stabat Mater wieder treibend voran. Harte Trommeltöne leiten gewaltige Chöre ein, während Woodkid die Schmerzen der Vergangenheit hinter sich lassen will, um einen Neuanfang zu wagen.

10. Conquest of Spaces nimmt flinke Flötentöne, um eine neue Reise einzuleiten. Die Trommeln geben den Marsch an, während Woodkid auf der Grundlage einer genialen Orgelfolge einen ansteckenden Refrain rausschmettert: „I´m ready to start the conquest of spaces…“

11. Falling ist ein kurzes Intermezzo, eine Geräuschkullisse, die uns vom aufstrebenden Conquest of Spaces zurück auf den Boden holt:

12. Where I Live erzählt mit traurigen Klaviertönen von verpassen Chancen und nie in Erfüllung gegangenen Träumen: „And I´m waiting for the sun…“

13. Jetzt kommts: Iron. Dieser Song und speziell das Video sprechen trotz rätselhafter Symbolik eine eindeutige Sprache von unbrechbaren Willen. Schmerz, Kampf, Liebe. Alles drin:

14. The Other Side beschließt das Album mit anmutigen Glockentönen. Aller Wille zum Kampf verfliegt angesicht eines schwindenen Zieles. Sinnlosigkeit macht sich breit, der Krieg ist verloren: „And in the arms of endless anger will end the story of a soldier in the dark“

Tja, und damit ist dieses Stück Musik zu Ende. Die Erwartungen waren zugegeben ziemlich hoch, nachdem mit diesen genialen Videos ja ordentlich vorgelegt wurde. Enttäuscht wurde ich dennoch nicht: Auch wenn die vorher veröffentlichten Songs sehr weise gewählt wurden, finden sich weitere Perlen auf der Scheibe, bzw. ist das Gesamtwerk sehr stimmig. Woodkid hat sich mit seinem ersten Album ein Monument errichtet, das noch viele Jahre Zeugis geben wird. Meines Erachtens haben wir hier einen ganz außergewöhnlichen Musiker, der durch viel Talent viele Menschen ansprechen kann.

Bleibt nur noch abzuwarten, wie Woodkid live brilliert – das kann ich Euch in zwei Wochen sagen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s