Kylesa – Static Tensions

Sowhow, nach einer kleinen Pause, und bevor ich die „The Walking Dead“-Trilogie mit der TV-Serie abschließe, möchte ich gerne ein Album einer Band vorstellen, in welches innerhalb der letzten Tage bei mir rauf- und runterlief. Die Rede ist von Kylesa´s „Static Tensions“.

Mehr oder minder zufällig bin ich über diese Band gestoßen, Youtube hat sich hier – wie viele Male zuvor – als der Lieferant Nr. 1 für gute Bands herausgestellt. Der angenehme Mix aus klassischem Heavy Metal, Doom und Stoner Rock lässt sich nach Angaben der Band aus Einflüssen von Kyuss, Pink Floyd und Black Sabbath ableiten. Auffällig ist aber die Bandzusammensetzung: Gitarristen Philip Cope und Laura Pleasants, sowie Bassist Corey Barhorst teilen sich die Gesangsparts gerecht auf, was eine gewisse Vielfältigkeit erzeugt. Außerdem verfügt die Band über zwei Schlagzeuger, die sich auf der CD auf den rechten und linken Stereokanal aufteilen, und Live schlicht zusammen spielen. Reichlich ungewöhnlich schonmal die Band – werfen wir doch mal einen Blick auf die Musik:

1. Scapegoat, der Opener des Albums, beginnt mit einem fetten Schlagzeugpart, der die Dynamik des linken und rechten Stereokanals gut ausspielt. Kylesa fackeln aber nicht lange, sondern steigen sofort ein. Harte und schnelle Riffs passen sich dem nicht minder harten Lyrics an, um wieder in einen aufregenden Drumpart zu münden.

2. Mit Insomnia for Months lässt die Band nicht an Power nach, sondern fährt eingängige Riffs auf. Laura Pleasants lange, weiche Stimme wechselt sich mit schnellen, harten Gesangparts Cope´s.

3. Said and Done bringt die Drummer auf Hochtouren und haut dem Hörer die tiefsten Bässe in gigantischen Riff-Fronten entgegen. In der Mitte des Songs ändert sich der Grundton in Richtung eines schnellen Stoner Rock-Songs, um nach einem coolen Solopart wieder den harten Refrain anpackt.

4. Unknown Awareness ist mein momentaner Lieblingssong der Band. Ein unglaublich fettes Schlagzeug-Intro, dezente Rythmusgitarren und eine vor wah-wah triefende Leadgitarre münden in einen geilen Refrain. Schlicht ein genialer Song.

5. Mit einem kurzen Klavierintro beginnt Running Red, um in eine ruhige Gitarrenspur überzugehen. Der Song baut sich nach und nach auf, und Laura Pleasants Stimme passt sich den Gitarren an, heizt die Stimmung weiter auf, um nach einer stimmigen Bridge in den rauen Refrain überzugehen, welcher eines der besten Gitarrenriffs des Albums beherbergt.

6. Nature´s Predators beginnt atmosphärisch mit Gewittersounds, um sich über einen sehr doomigen Part in einen Heavy Metal-Fest zu steigern. Den Höhepunkt erreicht das ganze in Gitarrenspielereien, die schließlich wieder übergehen in typischen Doommetal.

7. Almost Lost treibt das Tempo wieder an, geht aber recht fix über in einen vorerst etwas ungewohnten, aber durchaus melodischen Strophenteil, der stetig über den ganzen Song hinweg immer wieder auftaucht.

8. Only One steigt ein mit Drumsolo, um in schnelles Schlagzeugspiel, eingängige Riffs und guten Screams übergeht. Laura Pleasant zeigt hier wiedermal, was sie gesangstechnisch draufhat.

9. Perception birgt auf den ersten Blick nichts neues, wiederum coole Riffs und vielseitiges Schlagzeugspiel machen den Song interessant, welcher im letzten Drittel ein ultracooles Solo birgt.

10. Mit To Walk Alone schließt die Platte ab. Gemäßigtes Schlagzeugtempo und verspiele Gitarren dominieren, bis der Song sein Tempo leicht steigert und in einen Part übergeht, der beinahe einem Melodic Death Metal-Song entspringen könnte. Alsbald aber stellen sich wie gewohnt finstere Riffs, gepaart mit Pleasant´s unauffällig schönem Gesang ein, bis das ganze in schmerzende Screams übergeht, die den Song gute Würze und der Platte einen fetten Abschluss einbringen.

Nun, wie klingen Kylesa jetzt eigentlich? So genau kann man das nicht sagen. Mein Tipp ist: Selber anhören! Eine Band, welche Stereokanäle so geschickt nutzt, um ihren verträumten wie harten Sound zu präsentieren, muss man mit eigenen Ohren hören!
Was mir noch seltsam erscheint, ist der offensichtlich noch eher geringe Bekanntheitsgrad der Band. Zwar taucht ihr Name immer wieder irgendwo auf, aber so richtig viel gibt es von ihr nicht zu sehen. Ich fände es gut, wenn sich das bald ändern würde! 🙂

Advertisements

3 Gedanken zu “Kylesa – Static Tensions

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s