The Walking Dead (Videospiel)

Im letzten Post habe ich eine kleine Rundreise in die Welt von Robert Kirkmans „The Walking Dead“ eröffnet. Weiter möchte ich hier auf das dazugehörige Videospiel von Telltale Games eingehen.

Obwohl Kirkman dieses Mal nicht direkt an der Entwicklung beteiligt war, passt sich diese Spielwelt ausgezeichnet der Comicserie an. Im Comicstil gestaltet, entwickelt sich eine aufregende Story mit unglaublich bedrückender Atmosphäre, die den Spieler weitestgehend miteinbezieht.

Zum Inhalt:

Lee Everett sitzt in einem Polizeiauto. Gemeinsam mit einem älteren, aber sehr gesprächigen Polizisten verlässt der verurteilte Verbrecher Atlanta, um ins Gefängnis eingewiesen zu werden. Während sich die beiden unterhalten passiert alles ganz schnell: Eine Gestalt taucht plötzlich auf der Straße auf, das Auto kommt von der Fahrbahn ab und landet nach einigen Überschlägen im Wald. Lee kann sich, stark am Bein verletzt, aus dem Auto befreien. Als er dem toten Polizisten die Schlüssel für die Handschellen abnimmt, passiert das unfassbare: Der Tote richtet sich auf greift an, drauf und dran Lee zu essen. Dieser kann sich in letzter Sekunde wehren, und bevor er begreift, was geschehen ist, sieht er sich umringt von wandelnden Leichen. Gerade noch kann er sich in den Garten eines Hauses retten, wo er auf Hilfe hofft. Dort trifft er Clementine, ein kleines Mädchen, dass Meilen von ihren Eltern getrennt, (inzwischen) auf sich allein gestellt überlebte. Lee nimmt sich ihrer an, und für die beiden beginnt eine Reise voller Schrecken und Angst – die Suche nach einem sicheren Ort – und die Angst, jeden Moment der nächste zu sein.

Als Lee im Haus von Clementine ankommt, trifft er zuerst niemanden an. Die Babysitterin scheint verschwunden zu sein, vom Kind keine Spur – das einzige was uns ein bisschen Informationen gibt, sind drei Anrufe auf dem Anrufbeantworter. Diese drei Anrufe sind im ersten Teaser zum Spiel zu hören. Wenn wir also mit Lee die drei Anrufe der Mutter anhören, spüren wir ganz deutlich: Panik, Beklemmung, Trauer. Und das spüren wir nicht von den Charaktern ausgehend, sondern bei uns selbst. Und hier sind wir an dem Punkt angelangt, warum „The Walking Dead“ für mich eins der besten Videospieler der letzten Zeit ist: Es ist unglaublich emotional.

Es gibt kein Spiel, das mich derartig mitgenommen hat. Tiefsinnige Grübeleien und schlaflose Nächte lassen schon über den Sinn und Zweck des Spielens nachdenken, aber ich bin immer noch tief begeistert und erschüttert zugleich von diesem Spiel.
Wo man im Comic oder in der TV-Serie immer wieder mit der Frage „Was würde ich tun?“ konfrontiert wird, erreicht diese Konfrontation im Videospiel ihren Höhepunkt. Das Spiel ist derartig konzipiert, dass sich die Storyline an den Entscheidungen des Spielers orientiert. Wenn wir also bei Gesprächen aus verschiedenen Antwortmöglichkeiten auswählen müssen (meist unter Zeitdruck), müssen wir stets die möglichen Konsequenzen bedenken. Wem gegenüber sind wir freundlich gesinnt? Wem kann man vertrauen? Auf wessen Seite schlägt man sich?

Nicht nur Worte, sondern auch Taten müssen entschieden werden, und diese Entscheidungen sind nie leicht. In der ersten Episode muss hier schon über den Tod oder das Leben zweier Menschen entschieden werden: Einer überlebt, der andere stirbt. Wer überlebt, ist Teil der weiteren Geschichte, und verändert sie so dementsprechend.
Demnach gibt es unzählige Möglichkeiten, dieses Spiel zu spielen. Was gleich bleibt, sind emotionale Tiefgründe. Der Spieler wird immer wieder vor schier unlösbare Aufgaben gestellt – denn ein richtig und falsch gibt es nicht – man muss nach seinem Gewissen entscheiden.
Durch diese aktive Teilnahme am Geschehen erreichen wir hier einen Höhepunkt. Nirgends kann man so direkt in eine Geschichte eintauchen, die so emotional berührt wie „The Walking Dead“.

Das Spiel erscheint aufgeteilt in mehreren Episoden, im Moment sind 3 von 5 Teilen veröffentlicht, und können für ca. 5 Euro pro Episode für PC, PS3, XBox und iPad/iPhone runtergeladen werden. Es ist jeden Cent wert.

Abschließend kann ich nur noch einmal wiederholen: „The Walking Dead“ ist unglaublich gut. Bitte spielt es.

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