The Walking Dead (Comic)

Die Toten wandern derzeit durch aller Munde – das von Robert Kirkman geschaffene Universum entfaltet sich in vielerlei Medienwelten, und so haben die Zombies mittlerweile längst die Comichefte verlassen und flimmern über Fernseh- und PC-Bildschirme. Das ich als ausgewiesener Fan von Zombies an diesem Hype nicht vorbei kann, versteht sich von selbst, und so möchte ich euch meine Faszination für das Walking-Dead-Universum hier etwas näher bringen – beginnend, wo alles seinen Anfang nahm: Comics.

Wie viele Stunden hat ein Tag, wenn man nicht die Hälfte davon vor dem Fernseher verbringt? Wie lange ist es her, dass wir uns wirklich anstrengen mussten, um etwas zu bekommen, as wir wollten? Wie lange ist es her, dass wir etwas wollten, das wir wirklich brauchten?
Die Welt, die wir kannten, ist Vergangenheit. Die Welt des Kommerzes und der Dekandenz ist einer Welt der Verantwortung und des Überlebens gewichen. Eine Epidimie apokalyptischen Ausmaßes lässt rund um den Globus die Toten auferstehen, um sich an den Lebenden schadlos zu halten. Nach ein paar Wochen ist die Gesellschaft am Ende. Es gibt keine Regierung mehr. Keinen Supermarkt. Kein Internet. Kein Kabelfernsehen.
In einer Welt, die von den Toten regiert wird, sind wir gezwungen, endlich unser Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Der Text auf dem Buchrücken der Comicbände macht m. E. ziemlich klar, wo hier der Schwerpunkt liegt. Im Grunde entscheidet sich die Apokalypse in The Walking Dead nicht sonderlich von dem Chaos in anderen Filmen, Büchern, etc. Die Zombies torkeln durch die Welt und greifen alles Lebendige an. Die Menschen flüchten sich in vermeintlich sichere Gebäude, nur um dem dort lauernden Wahnsinn zu verfallen.
Robert Kirkmans neuer Epos hegte nicht den Anspruch, etwas komplett neues zu erfinden. Im Interview, welches übrigens im ersten Band enthalten ist, macht er klar, dass er als Zombie-Fan immer ein Problem hatte: Das Ende. Am Ende eines Films sind entweder alle tot, oder ein paar Leben noch, oder die Apokalypse wird irgendwie bekämpft, oder… ja, aber wie geht es weiter? Kirkman wollte immer wissen, wie es denn eigentlich weiter geht in dieser Welt. Und genau das will er in seiner Welt vollführen: Diese Geschichte soll niemals enden. Wie das gelingt wird uns die Zukunft zeigen.

Unsere Geschichte beginnt in einer fast heilen Welt. Der Polizist Rick Grimes wird bei einem Einsatz angeschossen und fällt ins Koma. Drei Wochen später erwacht er im Krankenhaus – und er ist allein. Er irrt durch eine verlassene und verwüstete Klinik, bis er schließlich auf Menschen stößt – oder auf etwas, das einmal Menschen waren. Offenbar verwesende Körper schlurfen unter Gurgellauten auf ihn zu. Rick flieht, und versteht noch nicht, was geschehen ist. Er schlägt sich bis zu seinem Haus durch. Seine Frau und sein Sohn sind verschwunden – und so beginnt seine Reise: Die Suche nach seiner Familie, die Suche nach einem sicheren Ort, die Suche nach einer sicheren Zukunft in einer kaputten und gefährlichen Welt.

Robert Kirkman bietet Stoff, den man nur verschlingen kann. Die Zeichnungen Tony Moores tun im ersten Band ihr übriges, um die perfekte Stimmung zu erschaffen. Weitergeführt werden die Zeichnungen später von Charlie Adlard, der zwar anders, aber nicht minder gut gestaltet.
Band um Band blättert man also durch diese unheilvolle Welt, und man kann nicht aufhören. In Deutschland erscheinen die Comics übrigens in praktischen Sammelbänden im Hardcover. Nicht nur ein angenehmes Lesen, sondern auch ein Zombieguide mit vielerlei nützlichen Infos sind dort enthalten. Auf Amazon lässt sich ein Blick ins Buch werfen.

Ich könnte noch Unmengen hierzu schreiben, doch ich spare mir meine Worte lieber auf, denn zu The Walking Dead ist noch lange nicht alles gesagt (in dieser Hinsicht hört ihr noch mehr von mir!). Für Freunde von Zombiefilmen sind die Comics auf jeden Fall zu empfehlen. Auch für in diesem Gebiet Fremde lässt sich aber sagen: Hier geht es nicht primär um die Zombieapokalypse: Im Mittelpunkt stehen hier die Menschen, die sich in einer Ausnahmesituation zu einer neuen Gesellschaft formieren müssen – das allein ist schon interessant genug, um Bücher zu füllen.

Ich bin diesem Hype jedenfalls restlos verfallen, und ich bin mir sicher, dass Kirkmans Walking-Dead-Universum Potential hat, eins der wichtigsten Franchises dieses Genres zu werden.

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