Metalfest 2012

Ja, es hat mich tatsächlich mal wieder auf ein Festival verschlagen.
Das Metalfest in Mining (Österreich) verfügte dieses Jahr über ein ausgezeichnetes Lineup. Leider war es mir nicht möglich, dem kompletten Festival beizuwohnen, und so musste ich mich mit einem Tag begnügen. Auch gut, aber schade! Die Tetris  erlebte das Festival in voller Länge – hier könnt ihr das ausführlich nachlesen in ihrem Festivalbericht!

Als ich dann am letzten Festivaltag dort aufkreuzte, musste ich erst einmal mit einem fatalen Fehler meinerseits fertig werden. Meine Stiefel standen wohlbehütet dort, wo ich sie bereit gestellt hatte: Vor meiner Wohnungstür. Dieses Unglück wurde mir erst bei meiner Ankunft am Festivalgelände klar, sodass ich nun mit löchrigen Turnschuhen im Schlamm versank. Wiederum – auch gut, aber schade!

Meine deshalb angeschlagene Stimmung wurde rasch aufgehellt durch die belebenden Töne der Mininger Trachtenmusi. Auf vielen Metalfestivals ist es inzwischen brauch, dass örtliche Blaskapellen einen Auftritt auf dem Festival absolvieren, um die gröhlende Menge mit einer Prise traditioneller Kultur zu versorgen – die Metalheads nehmen in der Regel sehr positiv auf.
Dann gings aber mit den „richtigen“ Bands los, und da ich ja nur einen Tag lang die Gelegenheit hatte, gepflegten Heavy Metal in den Ohren klingen zu lassen, versuchte ich so viele Bands wie möglich anzugucken.

Nach der Trachtenmusi spielte Tulsadoom auf, die mir vor allem durch ausgeprägte Wandertouren der Cape-tragenden Bandmitglieder auf der Bühne aufgefallen sind.

Angeschlossen haben sich Orange Goblin. Mann, auf die hatte ich mich gefreut. Aufmerksam auf diese Band wurde ich erst durch den Auftritt auf dem Metalfest, aber schon die ersten Songs die ich hörte, begeisterten mich total. Diese Briten prallten mit voller Stoner/Doom-Power auf die leider nicht allzu große Menge ein.  Mir hats sehr gefallen, und bei mir läuft zur Zeit das aktuellste Album „A Eulogy For The Damned“ rauf und runter.

Nach einem Besuch in der Camping-Area kehrte ich für den letzten Teil der Show von Alestorm zurück. Wie der Bandname ansatzweise vermuten lässt, spielen diese Herrschaften Piratenmetal. Oder so ähnlich. Zur Untermalung ausschweifender Trinkgelage scheint mir diese Musik jedenfalls sehr passend – mir persönlich gibts nicht so viel ab.

Danach kam Moonspell. Diese portugisische Metalband ist ungefähr so alt wie ich, kommt aber ungewöhnlich frisch daher.  Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube einige Moonspell-CDs in Erinnerung zu haben, die bei uns daheim rumlagen, offenbar im Besitz meines Bruders. Wie DER zu Moonspell kam, ist mir sehr schleierhaft, aber ich werde bei Gelegenheit nachfragen. Ihre Show war im Übrigen nicht schlecht, doch ein richtiger Fan werde ich wohl nicht werden.

Nach Moonspell legten wir eine kleine Sitzpause ein, und  genossen den Auftritt von Legion of the Damned aus der Ferne. Diese Band zählt ja auch schon seit langem zu den kleineren Größen. Immerhin ist ihr Name sehr geläufig, mir waren sie bisher noch nicht so untergekommen. Für mich wird auch dieser Auftritt nichts daran ändern, denn mir hat dieser (meines Erachtens) „gewöhnliche“ Thrash-/Death-Metal nicht soo viel abgegeben.

DANN ABER kam Hypocrisy. Ich weiß nicht wo mein kleiner persönlicher Hype für diese Band herkommt, denn außer dem Album „The Arrival“ kenne ich kaum Lieder. Dennoch hatte ich mich beim Summerbreeze 2010 (wo ich derartige Bands noch mehr hörte) sehr geärgert, Hypocrisy nicht gesehen zu haben (zu diesem drastischen Schritt hatte ich mich damals entschlossen, um den Rest dieses Festivals zu überleben).  Sei´s drum, ich habs nachgeholt und bin sehr zufrieden. Auch wenn ich die Band nicht so feiern konnte wie die hartgesottenen Fans, hat dieser Auftritt doch sehr Spaß gemacht.

Daraufhin angeschlossen hat sich mein absolutes Highlight des Tages: Blind Guardian. So lange bin ich noch gar nicht Fan der deutschen Powermetal-Band. Gut, ich bin kein totaler Fanboy, aber ich sauge dennoch alles begierig aus, was aus musikalischer Richtung dieser Truppe kommt. Ihre Musik ist eine Sache für sich, doch wems gefällt, für den ist ein Liveact ein Traum. Für mich war es das!

Nach Blind Guardian habe ich mich zum ersten und einzigen Mal zur zweiten Bühne ins Zelt begeben. Dort erwarteten mich und eine kleinere Schar von Metalfans die schwedischen Doommetaler Witchcraft. Ich weiß nicht mehr wodurch ich auf sie aufmerksam wurde, aber ich war sehr froh auf diesem Festival die Gelegenheit zu haben, sie live zu sehen. Die Musiker entlockten ihren Instrumenten unglaubliche Töne, und die Orange-Amps schlugen der Menge feinste Töne á la Black Sabbath entgegen. Der Sänger der Band fiel zuerst durch äußerst seltsame Körperhaltungen und Tanzeinlagen, sowie der unheimlichen Fixierung seines Blicks auf. Da ich weit vorne und mittig vor der Bühne stand, hatte ich zu Beginn des Konzerts das unbehagliche Gefühl, die ganze Zeit von ihm angestarrt zu werden. Da er sich aber bald mit einer 90°-Drehung nach rechts wandte und unverwandt seinen Leadgitarristen anstarrte, dieser aber keine Notiz davon nahm, beruhigte sich mein Gemüt bald wieder.

Für Witchcraft habe ich den Anfang von Megadeth verpasst. Das bereue ich nicht im geringsten, obwohl die Show von Megadeth schon ziemlich hammermäßig war. Ich bin kein überaus großer Fan der Thrash-Urgesteine, ich habe auch nur ein Album (Rust in Peace). Dennoch versprüht die Truppe um Dave Mustaine einen Charme, der durchaus zu einem super Konzert führt. Für mich ein gelungener Abschluss des Abends, für die tosende Menge ein super Abschluss des Festivals.

Was kann ich letztlich sagen? Es ist wirklich schade, dass ich nur einen Tag da sein konnte. Dennoch bin ich um diesen wirklich coolen Tag mit coolen Leuten und coolen Konzerten froh, und hoffe noch dieses Jahr die Gelegenheit zu einem weiteren Festivalbesuch zu bekommen.

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5 Gedanken zu “Metalfest 2012

  1. Schöner Festivalbericht!!!
    An einigen Stellen hätte ich mich vor Lachen fast an meinen Pestonudeln verschluckt 😀 😀 (Dass dein Bruder Moonspell CDs hat und du das total seltsam findest; und der starrende Witchcraft-Sänger, hihi… Wobei ich Doom-Metal echt mag, mist, jetzt ärger ich mich fast, dass ich ned mitgegangen bin!!)
    Fands jedenfalls saucool, den letzten Festivaltag mit dir verbringen zu können! 🙂
    Ich schreib auch grad an meinem Bericht…
    LG

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