Rezension #8: Mastodon – The Hunter

Jetzt gibts mal wieder was auf die Ohren. Diesmal hab ich etwas spezielles, was sicher nicht allen Musikgeschmäckern entspricht, aber vielleicht könnte – urteilt selbst!

Auf Mastodon wurde ich aufmerksam, weil diese Truppe mit Opeth auf Tour ging. Diese haben sich ja mit dem letzten Album auf ein 70er-beeinflusstes, progressives, unmetaliges Klangsprektrum konzentriert (meine ausführliche Rezension dazu HIER). Bei Mastodon habe ich ähnliches erwartet, und mir nach ein paar Hörproben „The Hunter“ zugelegt. Überraschenderweise bekam ich dann doch etwas anderes.

Doch zuerst zum Erscheinungsbild der CD: Das Cover ziert der Kopf eines Wesens, welches den Eindruck einer Holzfigur aus der nordischen Kultur macht. Ein Hirsch mit doppelten Stierhörnern, mehreren Ohren und ineinander liegenden Mäulern triffts wohl am ehesten (mehr dazu im Video von „Black Tongue“). Das innenliegende Artwork ähnelt psychedelischen Mandalas, in welchen immer wieder Elemente des Frontcovers auftauchen. Grundsätzlich alles sehr nett aufgemacht.

Bevor ich zu den einzelnen Songs komme, noch ein Hinweis. Einige Lieder sind verlinkt. Mastodon hat so einige Musikvideos produziert, die auch von der Band offiziell auf Youtube hochgeladen wurden. Leider blockiert die GEMA diese Videos in Deutschland, sodass ich auf eine andere Plattform zurückgreifen musste.

  1. Der Opener Black Tongue gibt gleich mal richtig Gas. Das durchgängig fetzige Schlagzeug steigt gut ein, und der creepige Songtext tut sein übriges, die wilde, beklemende Stimmung des Albums gut einzufangen.
  2. Mit Curl of the Burl schlagen die US-Amerikaner erstmal etwas gemäßigtere Töne an. Der Gesang ist weniger agressiv,  wirken teils sogar etwas poppig. Die Bridge und die dazugehörigen Soli geben dem Song – trotz des durchaus flotten Tempos – richtig chillige Elemente. Zum Ende hin zeigt Mastodon, dass sie durchaus Gas geben können.
  3. Blasteroid steigt mit flotten, ungewöhnlichen Melodien ein, geht über zu seltsamer Gesangsmelodie und haut den härtesten Refrain des ganzen Albums raus. Der Track schlägt sich – trotz sehr kurzer Laufzeit – sehr nieder.
  4. Stargasm führt wieder in ruhigere Gefilde. Mastodon zeigen, dass sie durchaus in der in der Lage sind, balladeske Elemente mit Metal mischen zu können, ohne dabei zu große Brüche zu verursachen. Immer wieder wechseln sich harte Metalriffs mit seichten Parts und erzeugen eine träumerische Atmosphäre.
  5. Octopus has no Friends hat nicht nur einen lustigen Titel, sondern zeichnet sich aus durch schnelle, verspielte Riffs, ungewöhnlich ruhigen Gesang und einer genialen Bridge.
  6. All the Heavy Lifting steigt flott ein, unterbricht sich aber mit einem Refrain, der aus der Top-10 der Charts ausgeliehen sien könnte. Interessanterweise stört dies das Bild nicht im geringsten, sondern fügt sich gut ein.
  7. Mit dem Titelsong The Hunter schlagen die Jungs wieder durchgängig ruhige Töne an. Obwohl das ganze durchweg eine Ballade sein könnte, erzeugt das heftige, komplexe Schlagzeugspiel immer wieder eine hitzige Atmosphäre, die aber keineswegs stört.
  8. Dry Bone Valley hat das coolste Intro des Albums und fetzt ohne Ende. Der Gesang ist hier am stärksten, was vielleicht an der fast durchgängigen Mehrstimmigkeit liegt.
  9. Thickening ist zwar nicht der beste Song des Albums, überzeugt aber dennoch. Nach einem gelungenen Intro schlägt der Song etwas um, bis er sich in ein schönes Outro verliert.
  10. Creature Lives ist einer der wenigen Songs, die ich als reine Ballade durchgehen lassen könnte. Obwohl hier wiederum flotte Solis und harte Drums reinmischen, ist nicht nur der Gesang wunderschön ruhig. Der ganze Track ist derart verspielt und träumerisch, dass man sich nur zurücklehnen und geniessen kann.
  11. Die verspielte Atmo verschwindet flugs, wenn dem Hörer bei Spectrelight die harten Riffs um die Ohren knallen. Das ist Metal – genug gesagt.
  12. Bedazzled Fingernails ist wieder progressiver Metal in Person. Komplexe Riffs und langgezogener, rauer Gesang passen perfekt in die unheimliche Atmosphere des Songs.
  13. Mit The Sparrow schließt das Album anfangs in traumhafter, ruhiger Atmosphäre und nur einer einzigen Textzeile. Die Jungs zeigen aber trotzdem nochmal, dass sie auch hart können. Vom fetten Mittelteil gehts wieder in ein ruhiges Outro über.

Wie sieht mein Gesamtfazit aus? Wer das erste Mal in den Genuss von Mastodon kommt, kann sich durchaus denken „Was habe ich da grade gehört?“. Ich bin ja offen für progressvie Musik, wobei ich bei Mastodon manchmal leicht an meine Grenzen kommen. Ich habe defenitiv mehr als einen Hördurchgang gebraucht, bevor ich komplett warm mit „The Hunter“ wurde. So hat sich aber für mich eine starke Vorliebe für diese Band und ihr Album entwickelt. An den verlinkten Hörbeispielen bzw. den Musikvideos ist erkennbar, dass diese Jungs keine leichte Kost liefern wollen, sondern dem Hörer einiges abverlangen. Zur Unterhaltung im Hintergrund ist dieses Album wahrlich nicht geeignet. Wer sich aber intensiv mit der Musik beschäftigen kann und will, dem sei Mastodon ausdrücklich empfohlen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s