Rezension #2: Graveyard – Hisingen Blues

Sodale, als nächstes möchte ich ein Album vorstellen, welches mir in letzter Zeit ziemlich ans Herz gewachsen ist. Nach einer selbstbetitelten Demo haben die vier Schweden Joakim Nilsson (Gesang & Gitarre), Rikard Edlund (Bass), Axel Sjöberg (Schlagzeug) und Jonatan Larocca Ramm (Gitarre) unter der Flagge von Nuclear Blast „Hisingen Blues“ nachgeliefert. Obwohl sie in der Stoner Rock-Szene und unter Liebhabern des 70er-Rocks bereits recht beliebt sind, blieben sie der breiten Öffentlichkeit bisweilen eher unbekannt. Auf der CD war ein Aufkleber enthalten, welcher mit der Behauptung: „A modern approach to the classic Hard Rock of the ’70s in the vein of Led Zeppelin!“ sowohl die Aufmerksamkeit erregt, als auch hohe Erwartungen schürt. Mal sehen ob sie dem gerecht werden.

Zuerst mal das Artwork der CD:

Das Cover ziert die Band auf einem Floß mit dschungelartigen Hintergrund … erinnert mich an Huckleberry Finn – sehr chillig. Innen ein Bandfoto – die Kleidung der vier Mannen zeigt ihre Liebe zu den 70ern ganz deutlich. Desweiteren ist innen die Zeichnung eines bärtigen Typen zu sehen, mit dem Satz „Vedervärdiga äro de ofördärvade“ was so viel wie „Abscheulich sind die Unberührten“ heißen müsste. Keine Ahnung was das zu bedeuten hat, aber die Stimmung eines Friedhofs haben sie mit diesem Bild, welches im Digipack übrigens als kleines Poster beiliegt, schon eingefangen.

Nun zu den Songs:

1. Ain’t Fit to Live Here ist ein sehr cooler Opener. Mit kurzem Schlagzeugsolo steigt der Song ein und leitet über in schnelle Gitarrenriffs. Der Sänger Joakim Nilsson zeigt hier schon seine perfekt ins Gesamtbild passende Stimme.

2. No Good, Mr. Holden schlägt erstmal ruhigere Töne an. Teils merkt man einen leicht psychedelischen Einschlag, jedoch sehr dezent und gut eingebracht. Der harte Gesang wird hier etwas weicher. Besonders das Schlagzeug im Refrain  gefällt mir besonders. Eine tolle, chillige Nummer.

3. Den Namen Hisingen Blues trägt zurecht auch das Album. Für mich ein Glanzstück der Scheibe – einfache, harte Riffs, gepaart mit Solos eines absolut typischen Sounds vergangener (aber nicht veralteter!!) Tage. Ich denke die Eingangs erwähnte Behauptung auf dem Aufkleber bestätigt sich spätestens mit diesem Song.

4. Mit Uncomfortably Numb wird der Wechsel von schnellen und langsamen Titeln wieder fortgeführt. Langsame Nummer, die in den Refrains immer wieder hochfährt und zum Ende hin richtig an Fahrt gewinnt. Besonders der letzte Teil bringt meines Erachtens den Charakter einer geilen Jamsession rüber.

5. Buying Truth (Tack & Förlåt) ist mir anfangs gar nicht besonders aufgefallen. Hier verstecken sich wiederum coole Riffs, harte Gesangslinien und Backgroundgesang, der unglaublich an die 70er erinnert. Eine gute Nummer zwischendurch.

6. Die Instrumentalnummer Longing halte ich ebenfalls für ein Glanzstück des Albums. Mit leisen Pfeifklängen und Orgel, sowie dem Einsatz von Akustikgitarren weckt dieses eher ruhige Lied Erinnerungen an große Westernklassiker. In besonderer Stimmung ist dieser Song in der Lage, Gänsehaut zu erzeugen!

7. Ungrateful are the Dead schließt mit dem Einsatz der Orgel gut an Longing an, baut geschickt schnelleres Tempo auf. Erneut ist es der Refrain, der mich so begeistert. Richtig geile Riffs und ein geniales Solo geben dem Lied zum Ende hin einen tollen Schliff.

8. RSS ist eine klassische Rocknummer. Harter Gesang, schnelle Riffs, cooler Backgroundgesang.

9. The Siren ist der langsamste und vielleicht schönste Song des Albums. Ich finde dass hier die Stimmung des Covers am besten eingefangen wird, was sicher auch am Text liegt. Die langsamen Bluesklänge werden immer unterbrochen von stimmgewaltigen und harten Riffgewittern, die einfach perfekt ins Bild passen, das Herz höher schlagen lassen, zu Tränen rühren. Es gibt nicht viele Songs, die mich derart berühren!

10. Der letzte Song auf der Scheibe, Cooking Brew (bonus track), schließt ruhig an, baut langsam die Stimmung einer schnelleren Rocknummer auf. Hier hauen die vier Jungs nochmal auf den Putz, legen fetzige Riffs hin, beenden das Album mit einer letzten Hommage an den Sound der 70er.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das Gesamtbild auf „Hisingen Blues“ stimmt. Der Sound aller Instrumente und des Gesangs ist genial. Nicht alt und nicht kopiert. Auch wenn diese Band nach den 70er Jahren klingt, sie ist nicht alt, sondern überzeugt mit frischen Ideen. Und so sehe ich persönlich keinen Grund, der Aufforderung, welche auf der Rückseite der CD abgedruckt ist, nicht nachzukommen:

„We suggest that you play this records at the highest possible volume in order to fully appreciate the sound of: Graveyard – Hisingen Blues“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s