total natürlich

Heute hab ich mal wieder einen eher „gewöhnlichen“ Artikel für meine lieben Leserinnen und Leser.

Letztes Wochenende hab ich an einem Pfadfinder-Zeltlager teilgenommen. Ich bin zwar selbst kein Pfadfinder, habe also nicht viel Ahnung davon, aber meine Freundin ist dort äußerst aktiv, weswegen ich da auch mit dabei war. Mir sind Zeltlager von verschiedenen Gruppen, vor allem den Ministranten, bekannt. Die Pfadis sind dabei aber eine spezielle Truppe. Nicht nur dass sie innerhalb ihres Stammes eine interessante Kultur pflegen, sie sind ja vornehmlich für ihre Naturverbundenheit bekannt. Das ist heute, so ist zumindest meine Einschätzung, gar nicht mehr so selbstverständlich. Genau darum gehts mir nun auch in diesem Beitrag, denn ich habe in diesem Lager einen Natur-Erlebnis-Workshop mitgestaltet, der mir wiederum einige interessante Gedanken eingebracht hat.

Wo erleben wir in unserem Leben überhaupt noch richtig die Natur? Unsere Welt hat sich durch unsere Bautätigkeit in den letzten zwei Jahrhunderten extrem verändert. Immer wieder fällt mir auf, dass die Natur, die wir um uns herum haben, sehr von uns beeinflusst ist. Nicht nur dass wir überall Straßen hinpflastern, die Natur verdrängen, wir gestalten sie auch einfach nach unseren Wünschen. Welcher Bach wurde noch nicht begradigt? In welchem Garten wächst schon alles natürlich vor sich hin? Welche Pflanzen und Blumen sind nicht durch Kreuzungen verändert worden? Ich denke wir haben längst den Blick verloren für die absolut reine Natur. Vor allem glauben wir heute oft, solche reine Natur wahrzunehmen, obwohl daran gar nichts mehr wirklich natürlich ist.

In dem Workshop gings vor allem um das Ertasten von Dingen aus der Natur. Holz, Gras, Pflanzen, Steine usw. ganz bewusst zu fühlen, gehört nicht zu unseren alltäglichen Betätigungen. Obwohl ich überrascht war, wie fit die Kinder in dieser Beziehung sind, ist mir auch klar geworden, dass ich selbst die Natur viel zu wenig kenne und erlebe.

Eigentlich, zu diesem Schluss bin ich an diesem Wochenende gekommen, sollte die Natur unsere Heimat sein, unser Lebensraum. Und hier sollte keine Einschränkung vorliegen. Wir sind viel zu sehr daran gewöhnt alles an uns anzupassen, und hingegen kaum mehr fähig, uns anzupassen.

Zusätzlich habe ich in letzter Zeit viel über Fastfoodkonzerne erfahren. Über Fleischkonsum allgemein habe ich ja schon einmal einen Beitrag geschrieben. Jetzt beschäftigt mich aber eher der allgemein Konsum von Fastfood. Dass die Restaurants bestimmte Auflagen haben, Essen nach gewisser Zeit wegzuschmeissen, wusste ich vorher. Dass diese Zeit aber so kurz ist, bzw. so viel Essen produziert wird, welches letztlich im Müll landet, war mir nicht bewusst. Sicher wollte ich es auch gar nicht wissen. Mit Schrecken ist mir aufgefallen, dass ich selbst in Fastfoodrestaurants leicht genervt bin, wenn ich 10 Minuten auf mein Essen warten muss. Was für eine unverschämte Bequemlichkeit ist das eigentlich?

Haben wir Menschen vollkommen verlernt geduldig zu sein, Dinge richtig wertzuschätzen, Respekt vor der Natur zu zeigen? Ich habe mir fest vorgenommen, mein Verhalten diesbezüglich in Zukunft anders zu gestalten. Natürlich werde ich jetzt kein Bärenmann und lebe im Wald, aber ich glaube es ist gar nicht so schwer, selbst mehr in der Natur zu leben, mit ihr zu leben und vor allem gut mit ihr zu leben.

Was einem bei diesem Vorhaben wohl am meisten im Weg steht, ist man selbst.

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4 Gedanken zu “total natürlich

  1. Hey:)
    Ich finde das ist ein super Artikel 🙂
    Du hast vollkommen recht damit, dass der Mensch einfach sinnlos die Großartigkeit der Natur zerstört ganz wie es ihm gefällt.
    Daran muss ich jeden Tag denken wenn ich in hengersberg an der riesigen Baustelle vorbeifahre, bei der die neue Ortsumgehung gebaut wird… Nur um es dem Mensch ein bisschen bequemer zu machen, nur um ein paar Meter weniger fahren zu müssen wird hier ein großer Teil der wunderschönen Natur zerstört.
    Sehr schade!

  2. Ein schöner Artikel – die Zerstörung der Natur ist wirklich traurig, doch wer von uns freut sich nicht über eine tolle Umgehungsstraße?! In so vielen Orten stehen die Schilder dazu.

    Es ist so schwer sich anders zu verhalten…

    Doch Fastfood kann man meiden – und das tue ich ziemlich konsequent!

    1. Das mit den Umgehungsstraßen stimmt! Im Moment wird in meinem Heimatort eine gebaut – auch wenn die Baustellen nervig sind, und jede Menge Wald für diese Straße dem Erdboden gleichgemacht wurde – am Ende sind wir froh wenn bei uns nicht so viel Verkehr herrscht..

      Es sind natürlich ganz weitreichende Probleme. Aber die kleinen Dinge – wie z.B. das Fastfood, kann man durchaus persönlich angreifen.

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