Original und Kopie

Letztes Wochenende habe ich im Scharfrichterkino in Passau den Film „Womb“ gesehen:

Das Wort „Womb“ meint übrigens Gebärmutter, was im Deutschen im Hinblick auf diesen Film noch eine viel tiefere Bedeutung erhält.

Um die Geschichte kurz zusammenzufassen: Rebecca lernt als Kind in der Heimat ihres Großvaters einen Jungen namens Thommy kennen. Viele Jahre später kehrt sie zurück und die beiden werden ein Paar. Thommy stirbt bei einem Unfall, und Rebecca beschließt ihn mit seiner DNA klonen zu lassen, wobei sie selbst ihn austrägt. Dass die Mutter-Kind-Beziehung hier nicht ganz normal abläuft, liegt ja auf der Hand.

Der Film ist etwas gewöhnungsbedürftig. Sehr ruhige Bilder, sehr still. Ein richtiger Arthousefilm, dem im Vorfeld überraschend viel Aufmerksamkeit entgegengebracht worden ist. Mich hat der Streifen sehr bewegt, denn er greift nicht nur viele Aspekte auf, die ich im Studium bearbeitet habe, sondern hat mir auch persönlich einige Fragen aufgeworfen.

Im Film wird nicht nur die problematische Beziehung von Rebecca und dem geklonten Thommy deutlich, sondern auch eine allgemein schwierige Stellung von Klonen in dieser fiktiven Welt. Jene werden dort wie Aussätzige behandelt, eben unmenschlich, da sie ein Leben führen, dass bereits ein anderer geführt hat.

Ich rate dazu, diesen Film anzugucken, denn er wirft wichtige Fragen auf, die auch im Hier und Jetzt von Bedeutung sind. Auch wenn Klonversuche bisher „nur“ an Tieren passiert sind, finde ich doch den Forschungsdrang dieses wissenschaftlichen Zweiges sehr bedenklich. Seit einigen jahren sind Diskussionen um Präimplantationsdiagnostik aktuell. Es ist schon erstaunlich, wie sachlich das menschliche Leben in einigen manchen Diskussionen bewertet wird. Schon hier ergibt sich meiner Ansicht nach eine ganz natürliche Barriere: Über Tod und (behindertes) Leben kann der Mensch nicht einfach so entscheiden. Punkt.

Beim Klonen geschieht zwar etwas anderes, doch ist das für mich eine ebenso unmögliche Sache. Man kann nicht einfach Menschen nach Belieben erschaffen. Jeder Mensch ist einzigartig. Jeder Mensch hat das Recht auf ein eigenes Leben. Ein geklonter Mensch müsste in Fußstapfen treten, die er vielleicht gar nicht füllen will und kann.

Ich möchte den Bogen mit meinen Ausführungen nicht überspannen, darum schließe ich mit einer letzten Bemerkung: Der wirkliche Wert des Lebens wird heute oftmals übersehen. Dabei ist das Leben einfach unbezahlbar.

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2 Gedanken zu “Original und Kopie

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