Schwan und Rabe

Ich habe im Kinojahr 2011 bisher lediglich Filme gesehen, die sich eingehend mit einer einzigen Persönlichkeit beschäftigen, d.h. ein einziger Schauspieler beinahe die ganze Zeit zu sehen ist, somit den kompletten Film trägt.
Derartige Filme fand ich schon immer äußerst interessant, weil die Identifikationsmöglichkeiten mit dem Protagonisten hier natürlich am besten vorliegen. Dies hängt natürlich davon ab, wie gut die Person dargestellt wird, bzw. wie der Film als Ganzes auf die Person ausgerichtet ist.
Darren Aronofskys „Black Swan“ ist ein (das hat sich mittlerweile wohl rumgesprochen) Glanzstück. Auch beim zweiten Kinobesuch fand ich den Streifen immer noch spannend und beeindruckend (wenn ich auch leider nicht mehr so mitgerissen wie beim ersten Mal war). Sehr gut umgesetzt, sein Händchen für geniale Filmportraits hat Aronofsky ja schon mit „The Wrestler“ bewiesen.

Ein zweiter Film, der sich ähnlich tief mit einer einzigen Person beschäftigt, ist „127 Hours“.
Komischerweise läuft dieser weder in Deggendorf noch in Plattling. Offenbar wurde im Vorfeld wenig erwartet, was sich inzwischen durch die vielen Oscarnominierungen (morgen ists soweit!!) geändert haben dürfte.
Selbst in Passau lief der Film nur im kleinen Kino Metropolis, was mich aber nicht weiter stört, ich mag den Flair alter Kinos grundsätzlich sehr gern.
Zum Film brauch ich nicht viel sagen, ich finde ihn schlichtweg genial. Nicht nur James Franco gebührt für seine schauspielerische Leistung viel Applaus (und ein Oscar). „127 Hours“ ist sehr gut umgesetzt, zieht in die Handlung hinein, lässt mitfiebern, lässt mitfühlen. Ich war begeistert! Wer die Geschichte Aron Ralstons kennt, weiß auch um eine sehr unangenehme Stelle in dieser Geschichte, welche im Film äußerst detailliert und realitätsnah dargestellt wurde. Mir war sogar ein bisschen übel. (Das spricht wirklich sehr für den Film!)

Worauf ich jetzt mit diesen recht subjektiven Kinokritiken hinaus will: Die Menschen in diesen Filmen sind oft allein. Nicht nur im tatsächlichen Sinne, sondern sie fühlen sich auch allein. Insbesondere in „127 Hours“ entwickelt sich aus diesem Zustand eine Begegnung mit dem eigenen Sein, mit Erinnerungen, mit dem Hier und Jetzt und auch Zukunftswünschen.
Wie sinnvoll ist es also, sich auch mal ganz bewusst ins „Allein-Sein“ zu begeben, um sich von allem zu lösen, um letztlich sich selbst zu treffen? Bitte um Kommentare 🙂

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Ein Gedanke zu “Schwan und Rabe

  1. du darfst darüber hinaus nicht vergessen, dass die einsamen Darsteller sich meist in einem gefährlichen oder extremen Zustand befinen, der sie zum allein sein und über sich sinnieren zwingt. Denn grundsätzlich ist allein sein wichtig und essentiell, um sich selbst zu finden, ganz klar. hoffentlich führt es aber nie dazu, sich selbst einen Arm amputieren zu müssen 🙂

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