A Dream Within A Dream

Auf die Stirn dir diesen Kuß!
und da ich nun scheiden muß,
sag‘ dies ich nur zum Schluß:
Ganz recht hat eure Klage,
daß ein Traum warn meine Tage;
doch ob nun die Hoffnung floh
bei Tag, bei Nacht, ob irgendwo
in Schlafgesichten, müdem Sinnen,
ist sie darum nicht von hinnen?
Was wir scheinen und schaun im Raum,
ist nur ein Traum in einem Traum.

Im Brandungsbrüllen steh‘
ich an küstenquälender See,
und ich halte in der Hand
Körner vom goldenen Sand –
wie wenige! doch sie rinnen
durch die Finger mir von hinnen,
und ich weine – wie von Sinnen!
Kann ich nicht dichter falten
die Hände, sie zu halten?
O Gott! wie rette ich schier
nur eins vor der Welle Gier?
Ist, was wir scheinen und schaun im Raum,
nur ein Traum in einem Traum?

Edgar Allan Poe (1809-1849)

Dieses Gedicht meines Lieblingsschriftstellers war eins der ersten Werke, die ich von ihm zu Gesicht bekam. Nicht nur dass ich es sehr schön zu lesen finde, es ist mir schon oft, in vielen verschiedenen Situationen, in den Sinn gekommen. Meist fällt mir dabei ein bestimmtes Lied ein, eine Vertonung des Gedichts von Mara Kim. Diente übrigens als Soundtrack für eine Staffel der ausgezeichneten Edgar A. Poe-Hörspielserie.

Jedenfalls kam mir dieses Lied auch gestern in den Sinn, als ich Inception guckte. Ein tiefsinniger, komplexer Streifen. Grandios inszeniert, bombastisch geladen, ästethisch feinfühlig, und unterlegt mit Hans Zimmer-Sound, das erübrigt wohl jegliche Erklärung.

Kurz, ein Film den man sehen muss. Gestern Nacht noch kam mir wieder mal der Gedanke, dass die Tatsache, dass wir überhaupt träumen, unglaublich verwirrend ist. Mal ehrlich, was soll denn das? Wieso entstehen Bilder in unserem Kopf, während wir uns eigentlich ausruhen?

Ich wehre mich vehement gegen „eindeutige Impusle“ unseres Gehirns. In Träumen ist nichts eindeutig. Oft sind klare Parallelen zu unserem Alltag zu erkennen, genauso oft erscheint uns das Geträumte wie vollkommener Grampf. Das liegt wohl an der Vermischung verschiedener zu bearbeitender Gedanken.

Also haben uns Träume schon was zu sagen, man muss nur erkennen was. Und natürlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

In letzter Zeit träume ich ausgesprochen oft von irrwitzigen Unfällen, die in jedem Fall ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Meistens hat es eine Amputation zur Folge. Vom kleinen Finger bis zu den Beinen war da schon alles dabei. Aber es sind ja nur Träume. Dummerweise merkt man ja erst nach dem Aufwachen, dass man geträumt hat, und dass im Traum irgendetwas komisch war (hui, Zitat aus dem Film). Deswegen nehme ich meine Verletzungen nach dem ersten Schock (welcher sich meist noch als amüsant herausstellt, wieder ein Zitat aus einem Buch: „Und er stellte erheitert fest, dass er sich gerade selbst gepfählt hatte“), erstmal eher beunruhigt wahr. Bis ich aufwache, eben.

Alles schön und gut. Wie oben schon erwähnt, lehne ich es ab direkte Verbindungen zwischen Geschehnissen in Träumen und der Realität zu erstellen. Ich pass schon auf, wenn ich mit der Säge hantiere. Oder Auto fahre. Aber irgend eine Bedeutung sollten diese seltsamen Träume schon haben, nicht? (sonst wärs ja langweilig).

Ich hab versucht herzuleiten, wie sich diese Unfälle mit mehr oder minder verheerenden Folgen in meine Träume schleichen konnten. Mein Ergebnis: Ich habe keine Ahnung.

Tja.

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